Voraussetzungen
Du benötigst ein Hetzner-Cloud-Konto und SSH-Zugang. Du verwaltest den Server selbst und bist für Updates und Backups verantwortlich.
1. Cloud-Server bei Hetzner erstellen
Bei Hetzner anmelden
Melde dich in der Hetzner Console an oder erstelle ein Konto.
Stand 4. Oktober 2026 bietet Hetzner 50 € Startguthaben für Neukunden an. Den aktuellen Code findest du auf der offiziellen Aktionsseite. Löse ihn innerhalb von 14 Tagen nach der Registrierung unter Benutzerkonto → Promo Codes ein. Das Guthaben gilt nur bis zum Ende des Kalendermonats, in dem du es einlöst.
Server erstellen
Klicke in der Hetzner-Konsole auf Neues Projekt und gib einen beliebigen Namen ein, z. B. „Minecraft“. Klicke dann auf Server erstellen und fülle das Formular aus.
Wähle einen Standort nahe deinen Spielern, etwa Nürnberg für die DACH-Region, um den Ping niedrig zu halten.
Unter OS Image entscheidest du dich für Debian, es sei denn, du hast bereits Erfahrung mit einem anderen Image.
Hänge eine Hetzner Cloud Firewall an und erlaube SSH nach Möglichkeit nur von deiner Admin-IP. TCP 25565 ergänzt du erst, wenn Spieler den Server erreichen sollen. Die vollständige Strecke erklärt der Port-25565-Guide.
Den richtigen Server-Typ auswählen
Für einen Minecraft-Server benötigst du einen Cloud-Server mit ausreichend CPU-Leistung und Arbeitsspeicher (RAM), aber nicht unbedingt mit viel Speicherplatz.
Die Anzahl der CPU-Kerne allein ist eine schlechte Kenngröße. Der zentrale Tick-Loop profitiert weiterhin stark von guter Single-Thread-Leistung, während Weltgenerierung, Netzwerk, Plugins und JVM zusätzliche Threads verwenden. Prinzipiell reicht ein Cloud-Server mit Shared vCPUs für einen kleinen Minecraft-Server aus. Du kannst jedoch auch einen Cloud-Server mit Dedicated vCPUs wählen, wenn du mehr Leistung benötigst.
Für einen kleinen Vanilla- oder Paper-Server ist ein Host mit 4 GB RAM ein realistischer Mindest-Startpunkt. Weise nicht den gesamten Speicher Java zu: Debian, Docker, Dateisystem-Caches und Backup-Jobs brauchen ebenfalls RAM. Modpacks und größere Communities benötigen häufig 8 GB oder mehr, aber zusätzlicher RAM gleicht weder langsame CPU-Kerne noch teure Plugins aus.
Empfehlung
Für einen kleinen Vanilla- oder Paper-Server können diese Arm64-Tarife wirtschaftliche Startpunkte sein:
- CAX11 mit 2 Arm64 (Ampere) vCPUs und 4 GB RAM
- CAX21 mit 4 Arm64 (Ampere) vCPUs und 8 GB RAM
Das Image itzg/minecraft-server unterstützt Arm64. Ein Modpack oder Plugin mit nativen Bibliotheken kann trotzdem auf x86-64 beschränkt sein. Wähle einen x86-64-Tarif, wenn dein Software-Stack Arm64 nicht ausdrücklich unterstützt, und teste unter echter Spielerlast, bevor du dich dauerhaft für einen größeren Server entscheidest.
2. SSH-Schlüssel einrichten
Ein SSH-Schlüssel ist eine sicherere Methode, um dich mit deinem Cloud-Server zu verbinden, als ein Passwort. Folge den Anweisungen für dein Betriebssystem, um einen SSH-Schlüssel zu generieren und bei Hetzner hinzuzufügen.
Windows
Öffne PowerShell und führe folgenden Befehl aus:
ssh-keygen -t ed25519 -C "hetzner-mc"Verwende den standardmäßigen Speicherort für den Schlüssel (C:\Users\DeinBenutzer\.ssh\id_ed25519), indem du einfach auf ENTER drückst.
Optional kannst du ein Passwort für den Schlüssel festlegen.
Kopiere den öffentlichen Schlüssel in die Zwischenablage. Mit dem folgenden Befehl kannst du ihn anzeigen:
type C:\Users\DeinBenutzer\.ssh\id_ed25519.pubmacOS / Linux
Öffne das Terminal und führe den folgenden Befehl aus:
ssh-keygen -t ed25519 -C "hetzner-mc"Verwende den standardmäßigen Speicherort für den Schlüssel (~/.ssh/id_ed25519), indem du einfach auf ENTER drückst.
Optional kannst du ein Passwort für den Schlüssel festlegen.
Kopiere den öffentlichen Schlüssel in die Zwischenablage. Mit dem folgenden Befehl kannst du ihn anzeigen:
cat ~/.ssh/id_ed25519.pubÖffentlichen Schlüssel bei Hetzner hinzufügen
Füge im Formular für die Servererstellung den öffentlichen Schlüssel hinzu, indem du auf SSH-Key hinzufügen klickst und den kopierten SSH-Schlüssel einfügst.
3. Verbindung zum Cloud-Server via SSH herstellen
Nachdem du auf Kostenpflichtig erstellen geklickt hast, wird der Cloud-Server erstellt. Du findest die IP-Adresse deines Cloud-Servers im erstellten Projekt.
Verbinde dich mit dem Cloud-Server über SSH, um die Einrichtung abzuschließen.
Öffne hierzu PowerShell (Windows) beziehungsweise das Terminal (macOS) und führe den folgenden Befehl aus:
ssh root@4. Debian aktualisieren und Admin-Benutzer anlegen
Nutze die erste Root-Sitzung, um Debian zu aktualisieren und sudo zu installieren:
apt update && apt upgrade -y && apt install -y sudoLege einen getrennten Administrator an und kopiere den autorisierten SSH-Schlüssel:
adduser mcadmin
usermod -aG sudo mcadmin
install -d -m 700 -o mcadmin -g mcadmin /home/mcadmin/.ssh
cp /root/.ssh/authorized_keys /home/mcadmin/.ssh/authorized_keys
chown mcadmin:mcadmin /home/mcadmin/.ssh/authorized_keys
chmod 600 /home/mcadmin/.ssh/authorized_keys
Öffne ein zweites Terminal und bestätige, dass ssh mcadmin@<IP-Adresse> funktioniert, bevor du die Root-Sitzung schließt. Nutze dieses Konto für die weiteren Schritte. Den Root-Login per SSH kannst du später zusätzlich deaktivieren, aber erst nachdem der neue Zugang nachweislich funktioniert.
5. Docker und Docker Compose installieren
Führe die folgenden Befehle aus, um Docker und Docker Compose zu installieren.
GPG-Schlüssel von Docker hinzufügen:
sudo apt-get update
sudo apt-get install ca-certificates curl
sudo install -m 0755 -d /etc/apt/keyrings
sudo curl -fsSL https://download.docker.com/linux/debian/gpg -o /etc/apt/keyrings/docker.asc
sudo chmod a+r /etc/apt/keyrings/docker.ascDocker-Repository hinzufügen:
echo \
"deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/etc/apt/keyrings/docker.asc] https://download.docker.com/linux/debian \
$(. /etc/os-release && echo "$VERSION_CODENAME") stable" | \
sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null
sudo apt-get updateDocker und Docker Compose installieren:
sudo apt-get install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-pluginAktiviere Docker, erlaube dem Konto mcadmin den Zugriff auf den Docker-Socket und verbinde dich anschließend neu, damit die Gruppenmitgliedschaft wirksam wird:
sudo systemctl enable --now docker
sudo usermod -aG docker mcadmin
exit
Die Mitgliedschaft in der Gruppe docker entspricht praktisch Root-Zugriff auf den Host. Füge nur vertrauenswürdige Administratoren hinzu. Prüfe nach der erneuten Anmeldung beide Komponenten:
docker --version
docker compose version
6. Minecraft-Server mit Docker Compose einrichten
Der Cloud-Server ist nun bereit für die Einrichtung des Minecraft-Servers mit Docker Compose.
Erstelle ein Projektverzeichnis und navigiere dorthin:
mkdir -p ~/minecraft && cd ~/minecraftVerwende den Texteditor Nano, um eine Docker Compose-Datei zu erstellen:
nano compose.ymlNach der Ausführung des Befehls fügst du den Inhalt der Docker Compose-Datei für deinen Minecraft-Server ein.
Um die Datei zu speichern, drücke CTRL + X, dann Y und bestätige mit ENTER.
Tipp
Wenn du noch keine Docker Compose-Datei für deinen Minecraft-Server hast, kannst du unseren Konfigurator verwenden, um eine zu erstellen.
Container starten:
docker compose up -dPrüfe in den Container-Logs, ob der Minecraft-Server vollständig gestartet ist.
7. Mit deinem Minecraft-Server verbinden
Nutze die IP deines Hetzner-Servers, um dich mit deinem Minecraft-Server zu verbinden.
Wenn die Verbindung fehlschlägt, arbeite Minecraft-Server-Port 25565 auf Hetzner und Linux richtig öffnen Schritt für Schritt durch. Dort prüfst du den kompletten Verbindungsweg: Docker-Port-Mapping, Linux-Firewall und Hetzner Cloud Firewall.
8. Minecraft-Server verwalten
Um deinen Minecraft-Server zu verwalten, navigiere zu deinem Projektverzeichnis:
cd ~/minecraft| Aufgabe | Befehl |
|---|---|
| Logs verfolgen | docker compose logs -f |
| Server stoppen | docker compose stop |
| Gestoppten Server starten | docker compose start |
Nächste Schritte
- Für sichere Administration ohne zusätzliche offene Ports nutze Minecraft-Server mit Docker administrieren: RCON und Konsole sicher nutzen.
- Beispiele für Cloud-Speicher und Discord-Meldungen findest du im Backup Guide.